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Applied Improv: Wie Improvisation Führung zukunftsfähig macht

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Was hat Improvisation mit guter Führung zu tun?

Mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Denn Führung bedeutet heute immer öfter: Entscheidungen treffen, obwohl noch nicht alle Antworten da sind. Mit Unsicherheit umgehen, Menschen Orientierung geben, ohne alles kontrollieren zu können.

Und genau dafür kann Improvisation erstaunlich viel lernen lassen.

Eine Impro-Übung, die alles verändert hat!

Vor rund 20 Jahren nahm Vaya Wieser-Weber zum ersten Mal an einem Improvisationsworkshop teil.

Sie war begeistert. Von der Energie, dem Spiel, der Dynamik und davon, wie schnell Menschen aus dem Moment heraus miteinander etwas entstehen lassen konnten.

Und gleichzeitig fehlte ihr etwas.

Die Reflexion.

Eine Übung folgte auf die nächste. Es wurde gespielt, gelacht und ausprobiert. Aber was genau passierte da eigentlich? Welche Haltung hatte ich gerade? Warum habe ich in diesem Moment so reagiert? Was hat mich blockiert? Und was hätte ich anders machen können?

Vaya hatte eine Idee:

„Das hier ist doch pures Gold für die Führungskräfteentwicklung!“

Denn genau darin liegt für sie die besondere Kraft von Improvisation. Nicht nur darin, was auf der Bühne passiert. Sondern in dem, was wir dabei über uns selbst lernen können.

Aus diesem Gedanken entwickelte sich über die Jahre ihre Arbeit mit Applied Improv und schließlich gemeinsam mit Ralf Schmitt das MDMA-Modell für Applied Improv und die Arbeit mit High Performance Flexibility.

Impro ist mehr als ein Spiel

Vielleicht kennst du das: Du spielst eine Improübung und plötzlich merkst du, dass du viel stärker kontrollieren möchtest, als du gedacht hast. Oder du sagst spontan „Ja“ zu einer Idee, obwohl dein Kopf gerade noch nach einer besseren Lösung sucht. Oder du stellst fest, dass du unter Druck ganz anders kommunizierst als sonst. Genau solche Momente interessieren Vaya. Denn eine Improübung ist für sie nicht einfach eine Übung.

Sie ist ein Erfahrungsraum.

Ein Raum, in dem wir erleben können, wie wir mit Unsicherheit, Fehlern, anderen Menschen und unerwarteten Situationen umgehen. Und anschließend können wir hinschauen. Was ist passiert? Was hat mich gesteuert? Was kann ich daraus für meinen Alltag mitnehmen? Damit wird aus einem Spiel eine Lernreise.

Mindset: Was passiert, wenn der Plan nicht mehr funktioniert?

Improvisation beginnt dort, wo der Plan endet.

Auf der Bühne ist das offensichtlich. Niemand weiß genau, was die nächste Person sagen wird. Keine Szene lässt sich vollständig kontrollieren.

Im Business ist die Situation oft ähnlich, auch wenn wir sie anders nennen.

  • Ein Kunde springt ab.
  • Ein Team verändert sich.
  • Ein Projekt entwickelt sich anders als geplant.
  • Eine Entscheidung muss getroffen werden, obwohl wichtige Informationen fehlen.

Die Frage ist dann nicht mehr:

„Wie verhindere ich, dass etwas Unvorhergesehenes passiert?“

Die bessere Frage lautet:

„Wie gehe ich damit um, wenn es passiert?“

Impro trainiert genau diese Haltung. Nicht alles kontrollieren zu müssen. Unfertiges auszuhalten. Fehler als Information wahrzunehmen. Auf das zu reagieren, was tatsächlich gerade passiert. Und dem eigenen Team zuzutrauen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Erst erleben. Dann verstehen.

Ein wichtiger Bestandteil von Applied Improv ist deshalb die Reflexion.

Denn eine Improübung allein verändert noch keine Führungskraft.

Die eigentliche Wirkung entsteht häufig danach.

Du hast gerade erlebt, wie du reagierst, wenn dein Gegenüber deine Idee nicht aufgreift.

Oder wenn du plötzlich die Führung übernehmen musst.

Oder wenn du keine Ahnung hast, wie die Szene weitergeht.

Und dann wird gemeinsam betrachtet:

Was hat dich gerade gesteuert?

  • Vielleicht war es der Wunsch, alles richtig zu machen.
  • Vielleicht die Angst vor einem Fehler.
  • Vielleicht der Impuls, sofort die Kontrolle zu übernehmen.
  • Vielleicht aber auch das Vertrauen, dass schon etwas entstehen wird.

Genau diese Erkenntnisse lassen sich anschließend in den Führungsalltag übertragen.

Vier Ebenen von Applied Improv

Vaya betrachtet Applied Improv deshalb nicht als Sammlung von lustigen Spielen.

Im Zentrum steht ein Zusammenspiel aus vier Ebenen:

Mindset. Didaktik. Methoden. Anwendung.

Diese Ebenen greifen ineinander.

Das Mindset beeinflusst, wie wir handeln.

Die Didaktik sorgt dafür, dass aus einer Erfahrung tatsächlich Lernen entsteht.

Die Methoden schaffen konkrete Erfahrungsräume.

Und die Anwendung bringt das Gelernte zurück in den beruflichen und persönlichen Alltag.

So kann aus einem Moment auf der Impro-Bühne eine Erkenntnis für die nächste Teamsitzung werden.

Von der Energie bis zur Veränderung

Improvisation kann auf ganz unterschiedlichen Ebenen wirken.

Manchmal braucht eine Gruppe einfach Energie.

Dann helfen Spiele, die Menschen aktivieren und miteinander in Kontakt bringen.

Manchmal geht es um Zusammenarbeit, Kommunikation oder Vertrauen.

Dann können Improübungen soziale Muster sichtbar machen.

Und manchmal wird es persönlicher.

Wie gehe ich mit Status um?

Wie treffe ich Entscheidungen?

Was passiert bei mir, wenn ich die Kontrolle verliere?

Wie viel Raum gebe ich anderen?

Auf dieser Ebene kann Improvisation zur Persönlichkeits- und Führungskräfteentwicklung werden.

Und noch einen Schritt weiter kann Applied Improv auch Organisationen in Veränderungsprozessen unterstützen.

Denn wenn sich Rahmenbedingungen verändern, brauchen Organisationen Menschen, die nicht erstarren, sobald der ursprüngliche Plan nicht mehr funktioniert.

Führung bedeutet nicht, immer die Antwort zu kennen

Vielleicht ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse aus Vayas Arbeit:

Gute Führung bedeutet nicht, auf alles eine Antwort zu haben.

Manchmal bedeutet Führung, den Raum zu halten, während noch keine Lösung da ist. Zuzuhören. Fragen zu stellen. Eine Richtung vorzugeben, ohne jeden einzelnen Schritt zu kontrollieren. Und darauf zu vertrauen, dass gemeinsam etwas entstehen kann. Genau das erleben wir auch immer wieder im ImproHotel.

Menschen kommen zusammen, die sich teilweise vorher noch nie begegnet sind.

  • Sie spielen miteinander.
  • Sie probieren Dinge aus.
  • Sie scheitern.
  • Sie lachen.
  • Sie überraschen sich gegenseitig.

Und irgendwann entsteht dieses besondere Gefühl:

Wir wissen nicht genau, was als Nächstes passiert. Aber wir kriegen das gemeinsam hin.

Vielleicht ist genau das Improvisation in ihrer wertvollsten Form.

Nicht schneller reagieren zu können.

Nicht besonders schlagfertig zu sein.

Nicht immer cool und souverän zu wirken.

Sondern auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn der Plan nicht mehr trägt.

Und genau dafür gibt es das ImproHotel

Seit vielen Jahren verbinden Vaya und Ralf im ImproHotel Improvisation, persönliche Entwicklung und Gemeinschaft. An besonderen Orten entsteht Raum zum Spielen, Lernen, Reflektieren und Auftanken. Für Menschen, die Impro gerade erst entdecken, erfahrene Improspieler, Trainer, Coaches und Führungskräfte. Und für alle, die Lust haben, sich selbst einmal in Situationen zu erleben, die nicht vollständig planbar sind.

Denn manchmal lernen wir über uns selbst am meisten, wenn wir nicht alles unter Kontrolle haben.



Bis dahin – bleibt flexibel! 

euer Ralf Schmitt, Vaya Wieser-Weber

und das Team der Impulspiloten

Autor

  • ImproHotel Logo

    ImproHotel ist eines der führenden Formate in Europa für Improvisation Workshops, Applied Improv und Lernreisen. Seit 2003 haben tausende Teilnehmende aus Unternehmen, HR und Weiterbildung – ebenso wie Impro-Interessierte – an den Programmen teilgenommen.

    Gegründet von Ralf Schmitt verbindet ImproHotel Methoden der Improvisation mit konkreten Business-Kompetenzen wie Flexibilität, Fehlerkultur, Zusammenarbeit und souveränem Handeln in unsicheren Situationen. Gleichzeitig bietet es einen spielerischen Zugang für alle, die Improvisation erleben, vertiefen und auf der Bühne ausprobieren möchten.

    Die Formate sind als All-Inclusive Lernreisen konzipiert: Neben intensiven Workshops entstehen durch gemeinsame Erlebnisse, besondere Orte und kuratierte Zusatzprogramme Räume für Verbindung, Kreativität und nachhaltige Entwicklung.

    Im Mittelpunkt steht nicht Improvisation als Kunstform allein, sondern als Schlüsselkompetenz für moderne Führung, Teamarbeit und persönliches Wachstum.

    Begleitet werden die Lernreisen von erfahrenen Trainer:innen sowie den Hosts Ralf Schmitt und Vaya Wieser-Weber, die für klare Haltung, hohe Qualität und direkte Umsetzbarkeit stehen.

    Mehr über ImproHotel und weiterführende Links:
    👉 www.improhotel.de
    👉 www.schmittralf.de
    👉 www.vaya.live
    👉 www.impulspiloten.de

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